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03. Jul. 2018

Ernährung ist Therapie und Prävention

Kassel, 21.- 23.Juni Unter dem Dach der „ERNÄHRUNG 2018“ tagten die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), deren Partnergesellschaften in der Schweiz und Österreich gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) und dem Berufsverband Oecotrophologie (VDOe) gemeinsam in Kassel. Unter dem Motto „Ernährung ist Therapie und Prävention“ wurde dem Fachpublikum ein breitgefächertes Kongressprogramm, dass sowohl die medizinischen, ökonomischen, aber auch sozialen und ethischen Aspekte und Perspektiven um die Hauptschwerpunkte Adipositas und Mangelernährung aufgriff den Teilnehmern geboten. Für ein weiteres Hauptthema:„Ernährung bei Krebs“ zeigten sich mit der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) zudem zwei weitere Fachgesellschaften als Kongresspartner.

Durch das Überangebot an Nahrung und die mangelnde Bewegung im Alltag ist Übergewicht heute zu einem Zivilisationsproblem geworden.

Bereits zum Auftakt der Pressekonferenz stellte Professor Dr med Christian Löser, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. fest, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung für die Gesundheit essentiell ist und das mehr als die Hälfte der Krankheiten durch einen ungesunden Lebensstil mit falscher Ernährung verbunden ist. „Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Übergewicht oder Adipositas“, so Professor Dr med Johannes Wechsler, BDEM-Kongresspräsident und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner. Grund hierfür sei vor allem das Lebensumfeld, das sich in den letzten Jahrhunderten signifikant verändert hat.

Übergewicht löst Nikotin als Hauptrisiko für Tumorerkrankungen bald ab.

Adipositas als Risikofaktor wird definitiv zunehmen und vor allem auch früher im Leben“, sagte Professor Dr. med. Hartmut Bertz, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I und Sektionsleiter Ernährungsmedizin und Diätetik am Universitätsklinikum Freiburg. Bei etwa 13 Tumorerkrankungen sei definiert worden, dass Adipositas mit den Tumoren direkt zusammenhänge. „Zu viel Essen, zu wenig Bewegung und daraus resultierendes Übergewicht haben einen größeren Einfluss auf die Entstehung und das Voranschreiten von Tumorerkrankungen als Nikotinkonsum“, erklärt der Experte.

Menschen, die bereits an Krebs erkrankt sind, verlieren oft dramatisch an Gewicht. Dabei handelt es sich vor allem um den Abbau von Muskelmasse, nicht von Fettgewebe. Für Tumorpatienten können Gewichtsverlust und Mangelernährung schwerwiegende Folgen haben. Professor Dr med Löser betonte, dass mehr als jeder vierte Patient, der in eine Klinik eingewiesen wird, Zeichen einer Mangelernährung zeigt. Menschen mit schweren akuten oder chronischen Erkrankungen und ältere Menschen sind besonders gefährdet. „Alleine in Deutschland sind über 1,5 Millionen Menschen von Mangelernährung betroffen“, so Löser weiter. Es sei daher eine zentrale ärztliche Aufgabe, Patienten mit Risiko für Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und einer individuellen Ernährungstherapie zuzuführen.

Essen kann jeder, denkt man. Aber kann auch jeder Ernährungstherapie?

Ingrid Acker, Kongresspräsidentin des Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE) und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VDOE ergänzte dazu, dass sie einen Langzeitansatz vermisse – es gäbe zu viele Teillösungen und es fehle an kreativen Lösungsprozessen. Es gäbe heute ein Überangebot an Essen und Informationen – die sich teils widersprechen und die Menschen seien überfordert.“Außerdem ist der Begriff Ernährungsberatung immer noch nicht geschützt, jeder könne sich ein Schild an die Tür hängen und sagen ‚Ich bin Ernährungsberater‘.“ So könnten die wenigsten unterscheiden, wer qualifiziert ist und wer womöglich nur  kommerzielle Ideen vorantreiben will.

Professor Dr med Ockenga, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM), betonte noch einmal nachdrücklich, dass die Ernährungsmedizin fest im Gesundheitssystem verankert werden sollte, Prävention und Ressourcenbereitstellung funktionieren müssen und der Gesetzgeber gefordert sei, Qualitätsrichtlinien vorzugeben.

Höhepunkt der Pressekonferenz war die Unterzeichnung der  Kasseler Erklärung . in der die Kongresspartner gemeinsam die Verbesserung der ernährungsmedizinischen und ernährungstherapeutischen Versorgung fordern.

Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe

Anja KrumbeÖffentlichkeitsarbeit Deutschland

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