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28. Jun. 2018

Die Spitze der Pyramide – „Alles über Zucker, Zuckerarten, Süßungsmittel und Salz“

Wien, 14.Juni 2018: Die Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung stand diesmal im Zeichen der Spitze der Ernährungspyramide. Die Spitze stellt den kleinsten Bereich der Ernährungsempfehlungen dar – das heißt, die dort angesiedelten Lebensmittel, die vor allem zucker-, fett- und salzreich sind, sollten nur in Maßen konsumiert werden.
Wie viele von uns nur zu gut wissen, ist die Umsetzung dieser Empfehlung nicht immer leicht – die Hauptgründe dafür sind wohl mangelnde Selbstdisziplin und ein allgegenwärtiges Angebot an zucker-gesüßten Verlockungen.

Das Thema „Süß“ findet sich in allen Medien. Kaum jemand kann sich in diesen Tagen der Thematik noch entziehen.

Die ÖGE nahm also vor allem das Thema Zucker und damit einhergehend auch alternative Süßungsmittel genau unter die Lupe. In einem bunten und dichten Programm diskutierten Experten aus Ernährungswissenschaften, Diätologie, Epidemiologie, Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelrecht und Sensorik aktuelle Fragen und mögliche Maßnahmen zum Umgang mit der verführerischen Spitze der Pyramide.

Den Eröffnungsvortrag hielt Univ. Prof. Dr. Karl-Heinz Wagner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung, mit dem Thema „Bewertung von Kohlenhydraten – Nationale und internationale Ansätze und Steuerungsmaßnahmen“. Eine hohe Zufuhr an freien Zuckern – das sind der altbekannte Haushaltszucker, Zucker in verarbeiteten Produkten aber auch Zucker in Honig, Sirupen und Fruchtsaftkonzentraten – fördert laut Wagner eine Gewichtszunahme und steht mit einem höheren Risiko für Diabetes Typ 2, Herzkreislauferkrankungen und Karies in Verbindung. Die WHO empfiehlt deshalb, die Zuckeraufnahme auf höchstens 10% der Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen.

Im Vortrag „Der Einfluss von Zucker und Süßungsmitteln auf Hunger/Sättigung und Energiebilanz – eine Zusammenfassung von aktuellen Studien“ spricht Ao. Univ. Prof. Dr. med. Cem Ekmekcioglu über die sehr hohen Zuckergehalte von Getränken, Frühstückscerealien, Backwaren und Süßwaren. Besondere Aufmerksamkeit erhalten hierbei zuckergesüßte Softdrinks, die gerade auf Kinder und Jugendliche anziehend wirken. Die Zufuhr an freien Zuckern ist in dieser besonders empfindlichen Bevölkerungsgruppe schon jetzt zu hoch, wie emer. o. Univ. Prof. Mag. Dr. Ibrahim Elmadfa (Reduce sugar intake for better health – the WHO Guidelines) und Dr. in Alexandra Wolf („Lebensmittel unter der Lupe“ – Wie viel Zucker steckt in Lebensmitteln für Kinder?) betonen. Als Maßnahmen, die Zufuhr an freiem Zucker auf ein vernünftiges Maß zu beschränken werden beispielsweise Reformulierungen – oder einfach kleinere Portionen mit mehr Genuss – vorgeschlagen.

Zucker einschränken durch Reformulierung – oder kleinere Portionen und mehr Genuss!

Im Vortrag „Sugar consumption, metabolic disease and obesity: The state of controversy“ von MMag.a Sonja Lackner und „Zucker, Zuckerarten und Süßungsmittel in Feinen Backwaren – was ist in der Praxis zu beachten?“ von DI Alfred Mar wird von Fructose als „Ersatz“ abgeraten. Fructose wird von der Leber unbegrenzt aufgenommen und führt zu einem Anstieg von Harnsäure und in weiterer Folge zu Gicht. Weiters wird Fructose mit kardiovaskulären Erkrankungen durch Dyslipidämie in Verbindung gebracht, so Lackner.

Als süße Alternative zu zuckersüßen Lebensmitteln kommen Süßstoffe zum Einsatz – Interventionsstudien zeigten die positiven Effekte von zuckerfreiem Cola im Vergleich zu zuckergesüßtem Cola in Bezug auf das viszerale Fett, Leberfett und die Triglyceride im Blut, wie Lackner präsentierte. Weiter zeigte Ekemkcioglu Studien, in denen Süßstoffe sich vorteilhaft auf das Körpergewicht und den BMI auswirkten.

Unter dem Stichwort „personalisierte Systembiologie“ wurde im Vortrag von Lackner auch die multifaktorielle Natur der metabolischen Antwort auf eine Zuckeraufnahme thematisiert. Dabei wurde betont, dass die Nahrungskomponenten sich gegenseitig beeinflussen und die vermeintlich einfache Gleichung „Süß = ungesund“, so einfach wohl doch nicht ist.

Nahrungskomponenten beeinflussen sich gegenseitig und die vermeintlich einfache Gleichung „Süß = ungesund“ geht wohl doch nicht so auf.

Die Abstracts zu den Vorträgen finden sich für Mitglieder der ÖGE in der Ernährung aktuell.

Pressemeldung der ÖGE : „Lebensmittelsicherheit von Süßungsmitteln“

Corina ScherrerÖffentlichkeitsarbeit Österreich

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