Süßstoff-Blog

Würfelzucker als Herz zum Weltdiabetestag
Corina Scherrer
BSc MSc, Ernährungswissenschaftlerin
Corina ist Ernährungswissenschaftlerin und in der Öffentlichkeitsarbeit für den Süßstoffverband in der Informationsstelle Österreich tätig
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17. Mai. 2018
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Lifestyle gegen Diabetes

Diabetes Typ 2 – auch bekannt als Zuckerkrankheit – ist eine der wichtigsten Volkskrankheiten Österreichs. Diese Störung der Zuckerverstoffwechslung schränkt die Lebensqualität der Betroffenen teilweise stark ein und geht darüber hinaus auch mit einer hohen Sterberate aufgrund der Folgeerkrankungen von Diabetes einher. In den letzten Jahren ist die Zahl der an Diabetes Erkrankten in Mitteleuropa um 40% gestiegen und beträgt in Österreich derzeit ungefähr 600.000. Alle 50 Minuten stirbt weltweit ein Mensch aufgrund von Diabetes. Grund für die Entstehung von Diabetes Typ 2 ist ein Lebensstil, der von wenig Bewegung, einer ungesunden Ernährung und damit einhergehend auch Übergewicht gekennzeichnet ist.

Ein gesunder, Diabetes-präventiver Lebensstil muss nicht karg und hart aussehen – ganz im Gegenteil – er kann Spaß und Freude bereiten. Neben der Vorbeugung von potentiellen Volkskrankheiten stellt sich im besten Fall ein sofortiges körperliches und psychisches Wohlbefinden ein, das wiederum motiviert, die Lifestyle-Veränderungen zur Gewohnheit zu machen.

Wie kann denn nun am besten frühzeitig vorgebeugt werden, um der Entstehung der Volkskrankheit erst gar keine Chance zu geben?

Studien aus Schweden, Finnland, den USA und Chinahaben gezeigt, dass wir durch Veränderung des Lebensstils unser Risiko an Typ 2-Diabetes zu erkranken, vermindern können. Dabei geht es vor allem um die Reduktion von Übergewicht, mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung in Richtung gesunder, ausgewogener Ernährung. Lifestyle-Umstellungen klingen erst einmal aufwändig und anstrengend – sich um seine Fitness und sein Wohlbefinden nachhaltig zu kümmern kann aber auch lustvoll und sehr genussvoll sein. Und die Belohnung – ein gesundes und aktives Älterwerden – ist ohnehin unbezahlbar.

Experten empfehlen uns zur Diabetes-Prävention regelmäßige Bewegung bei mittlerer Anstrengung. 2 ½ Stunden pro Woche sollten wir mindestens in Bewegung investieren. Dabei eignet sich zum Beispiel zügiges Gehen, Wandern, Rad fahren oder Schwimmen. Am leichtesten ist es, die vermehrte Bewegung in seinen bestehenden Alltag einzubauen. Bei den jetzt frühsommerlichen Temperaturen können wir den Weg zur Arbeit auch mal zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen– und bei Feierabend bietet sich dann ein Kaffee im Schanigarten des Cafés auf dem Weg nachhause an – wer will, versüßt sich diese Pause mit Süßstoff, der übrigens kalorienfrei ist und keinen Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel hat. Damit können wir Süße und einen gesunden, diabetes-präventiven Lebensstil genießen. Am Wochenende dann ein ausgedehnter Wald- und Wiesenspaziergang oder eine Radtour zum nächsten See von einer arbeitsreichen Woche.

Als Ernährungsempfehlung zur Vorbeugung von Diabetes gilt eine bunte, abwechslungsreiche Ernährung mit fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Gesättigte Fette sollten wenn möglich wenig aufgenommen werden – das heißt vor allem feste Fette durch hochwertige pflanzliche Öle zu ersetzen. Und dann ist da noch der Zucker – ein Zuviel an Zucker, egal in welcher Form, schränkt die Wirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin ein. Dieser Zustand wird Insulinresistenz genannt und ist bereits die erste Vorstufe von Diabetes.

Gezuckerte Getränke, Süßigkeiten, Gebäck und weißes Brot sollten also als Genussmittel betrachtet und nur in Maßen konsumiert werden. Öfter auf den Speiseplan sollten frische Früchte, knackiges Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte.

Als genussvolle Alternative zwischendurch eignen sich auch mit Süßstoff gesüßte Getränke und zuckerfreie Süßigkeiten. Diese belasten den Blutzuckerspiegel nicht und können ohne schlechtes Gewissen zum Stillen von süßen Gelüsten verzehrt werden.


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Corina Scherrer BSc MSc, Ernährungswissenschaftlerin

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