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Drei Wege zum süßen Geschmack: Süßstoffe - Zuckeraustauschstoffe - Zucker

Süßstoffe sind die einzigen Süßungsmittel, die bei der Süßung von Produkten eingesetzt werden können, aber praktisch keine Kalorien liefern. Zur Zeit sind in der Europäischen Union elf Süßstoffe im Lebensmittelrecht aufgenommen:

 

Übersicht über die in der Europäischen Union zugelassenen Süßstoffe

NameE-Nr   

ADI-Wert

mg/kg KG/d

Süßkraft

Entdeckt/

zugelassen

seit 

Acesulfam-K950

  SCF 9

  JECFA 15

130 -200

1962/1983
Advantam 969     520.000 - 37.000Juni 2014
Aspartam951

 SCF 40  

JECFA 50

2001966/1994
Acesulfam-Aspartam-Salz962(*1)3501995/2004
Cyclamat952

 SCF 7    

JECFA 11

30 - 50

1937/1963(D) 1994

Neohesperidin DC959

 SCF 5

JECFA (*2)

400 - 6001963/1994
Neotam9612

7.000 - 13.000

1992/2010 (*3)
Saccharin9545300 - 500

1879/1900 (USA)                   1995

Steviolglycoside96043001887 / 2011
Sucralose955156001980 / 2006
Thaumatin957unbegrenzt

2.000 -3.000

1855/1998

 

Erläuterungen zur Tabelle:

SCF: Scientific Committee on Food

JECFA: Joint FAO/WHO Committee on Food Additives

(*1) Der ADI-Wert ist bereits durch die ADI-Werte für Aspartam und Acesulfam-K abgedeckt

(*2) GRAS-Status in den USA

(*3) seit 2001 in Australien und Neuseeland zugelassen

 

Süßungsmittel: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Sehr häufig werden die Süßstoffe allerdings mit den so genannten Zuckeraustauschstoffen verwechselt. So werden die Zuckeralkohole (mehrwertige Alkohole, Polyole) genannt, zu denen unter anderem Sorbit, Isomalt, Mannit und Xylit zählen.
Zuckeraustauschstoffe sind – anders als die Süßstoffe – Energielieferanten. Sie bringen 2,4 Kalorien pro Gramm auf die Waage. Damit sind sie zwar nur etwa halb so „schwer“ wie Zucker (Saccharose), aber einige sind auch nur etwa halb so süß.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe haben eine Gemeinsamkeit: Im Vergleich zu Zucker beeinflussen sie den Insulin- und Blutzuckerspiegel im menschlichen Organismus gar nicht (Süßstoffe) oder nur wenig (Zuckeraustauschstoffe) und sind deshalb für Diabetiker besonders geeignet.
Während Zuckeraustauschstoffe bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können, haben Süßstoffe keinen Einfluss auf die Verdauung.

Fruchtzucker (Fruktose) hat den gleichen energetischen Wert wie Zucker (4 Kalorien pro Gramm), benötigt jedoch kein Insulin zur Verstoffwechselung.

Unterschiedliche Süßen - auf einen Blick

 

Zucker

Süßungsmittel

 

Haushaltszucker

Fruktose

Süßstoffe

Zuckeralkohole

Energiezufuhr

4 Kalorien

pro Gramm

4 Kalorien

pro Gramm

praktisch keine

Kalorien

2,4 Kalorien

pro Gramm

Süßkraft-Faktor

1

1,2

30 – 20.000

0,4 – 1,0

Einfluss auf den Insulinspiegel

stark

gering

kein Einfluss

gering

Einfluss auf das Verdauungssystem

neutral

neutral

kein Einfluss

können abführend

wirken

Einfluss auf die

Zahngesundheit

kann Karies

fördern

kann Karies fördern

kein Einfluss

kein Einfluss


Sicherheit geht vor

Nachdem Advantam  bereits 2012 eine positive Beurteilung durch die JECFA (Joint FAO / WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe) erhielt und im Juli 2013 auch von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)  als gesundheitlich unbedenklich für die vorgesehene Verwendung eingestuft war, wurde Advantam im Juni 2014  zur europaweiten Verwendung zugelassen (Verordnung (EU) Nr. 497/2014 vom 14.05.2014).

Nach der positiven Sicherheitsbewertung von Steviol-Glycosiden - umgangssprachlich als "Stevia" bezeichnet- durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im April 2010 und Januar 2011 hat die Europäische Kommission am 12.November 2011 den Einsatz dieses Süßstoffs ab Dezember 2011 genehmigt.
In der Europäischen Union wurde die Zulassung von Neotam im Dezember 2009 gewährt. Die Richtlinie trat am 12. Januar 2010 in Kraft und wurde von den Mitgliedstaaten zum 12. Oktober 2010 in nationales Recht umgesetzt.Gemäß Artikel 2 Absatz 3 dürfen jedoch den Bestimmungen dieser Richtlinie genügende Produkte bereits seit dem 12. Januar 2010 in Verkehr gebracht werden.Die Süßkraft ist 7.000 – 13.000 mal stärker als die von Zucker. 
Aspartam-Acesulfam-Salz und Sucralose wurden 2000 vom wissenschaftlichen Ausschuss für Lebensmittel (SCF) – der jetzigen Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) – bewertet. Die Erlaubnis zur Verwendung als Süßstoff in Nahrungsmitteln wurde in der Richtlinie 94/35/EC erteilt. Mit der Änderungsrichtlinie 2003/115/EG wurden beide Süßstoffe zugelassen. Die Richtlinie wurde im Dezember 2003 angenommen und im Amtsblatt der Europäischen Union am 29. Januar 2004 veröffentlicht.

 

 

Infomaterial

Faltblätter und Broschüren für Verbraucher und Ernährungsfachkräfte