17.06.2004

Politische Appelle machen nicht schlank

Wie Wunsch und Wirklichkeit sich näher kommen

17. Juni 2004 – Verbraucherministerin Renate Künast machte heute im Bundestag zuviel Fett, Zucker und Salz – neben Bewegungsmangel – dafür verantwortlich, dass vor allem Kinder und Jugendliche dick und krank werden. Die Verbraucher geben der Ministerin Recht, wie eine Internetumfrage des Internationalen Süßstoff-Verbandes belegt, an der sich soeben über 4.000 Bürger beteiligt haben. Allerdings folgt der vernünftigen Einsicht nicht gleichzeitig die Bereitschaft zur Askese. Nur die Hälfte der Befragten ist bereit, auf Zucker bzw. Süßes zu verzichten.

Doch schon geringfügige Änderungen im Speiseplan könnten wesentliche Entlastungen schaffen: Rund drei Kilo Fetteinlagerung im Körper erspart sich Jahr für Jahr jeder, der allein seinen Kaffee oder Tee mit kalorienfreiem Süßstoff statt mit Zucker süßt. „Nur unrealistisches Wunschdenken geht davon aus, dass sich die angeborene natürliche Lust auf Süßes rigoros kanalisieren lässt“, erläutert die Ernährungswissenschaftlerin Anja Krumbe.

Krumbe spricht sich für pragmatische statt ideologische Lösungsmodelle zur Bekämpfung des Übergewichts aus. Sie verweist auf Erkenntnisse jüngster Studien aus den USA und aus Dänemark, in denen nachgewiesen wurde, dass die Wahl der Getränke – ob mit Süßstoff oder Zucker gesüßt – praktisch keinen Einfluss darauf hatte, wie viel zusätzlich gegessen wurde. Die getrunkenen Kalorien werden beim Essen nicht ausgeglichen, auch dann nicht, wenn sie den Energiehaushalt deutlich füllen.

„Es ist also schon sehr viel erreicht, wenn sich die natürliche Lust auf Süßes auf Getränke verlagern lässt, die mit kalorienfreien Süßstoffen zubereitet sind. Diese unkomplizierte Strategie wirkt sich nicht zuletzt in der Zielgruppe der Jugendlichen positiv aus, die bekanntlich besonders gern zu süßen Softdrinks greift“, hofft Krumbe.


Bei Rückfragen:
Pressestelle des Internationalen Süßstoff-Verbandes in Deutschland
Dipl.-Oec. Anja Krumbe
Tel: (02 28) 9 11 77-0
e-mail: bonn@kohl-pr.de



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