Deutscher Süßstoffverband e.V.
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10.02.2006

Kein Zusammenhang zwischen Aspartam und Krebs:
Erneute wissenschaftliche Überprüfung liefert durchschlagende Beweise für die Sicherheit von Aspartam

Stellungnahme des Internationalen Süßstoff-Verbands (ISA)

Brüssel, 10. Februar 2006 – Aspartam ist ein kalorienarmer Süßstoff, der zum Süßen von Speisen und Getränken und als Tafelsüße verwendet wird. Er gehört zu den best untersuchten Lebensmittelinhaltsstoffen. Alle Risikobewertungen von unabhängigen Sachverständigen auf internationaler, europäischer und auf nationaler Ebene haben ergeben, dass Aspartam ein sicheres Süßungsmittel ist. Der frühere wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Union (SCF) - inzwischen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) - erklärte in seinem Bericht vom Dezember 2002: „Aspartam ist unter den hoch intensiven Süßstoffen insoweit einzigartig, als dass die Aufnahme seiner Bestandteile mit der Aufnahme derselben Stoffe aus natürlichen Lebensmitteln verglichen werden kann.“ Und schlussfolgerte: „Die Überprüfung aller bis dahin verfügbaren Daten zur Wirkung bei Tieren und Menschen liefert keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Ergebnisse der früheren Risikoabschätzung oder des ursprünglich für Aspartam festgelegten ADI-Wertes (Acceptable Daily Intake = lebenslang unbedenklicher Tagesverzehr) revidiert werden müssten.“ Es gibt keine Verbindung zwischen Aspartam und irgendeiner Form von Krebs, haben vier nach den internationalen Vorgaben durchgeführte Langzeitstudien zur Kanzerogenität von Aspartam gezeigt. Seit über 20 Jahren verwenden mehr als hundert Millionen Konsumenten weltweit Aspartam. Diese Milliarden Menschenjahre sicherer Verwendung lassen keinen Zusammenhang zwischen Aspartam und der Entstehung von Krebs beim Menschen erkennen.

Das in Europa 1983 und von der US-amerikanischen Nahrungs- und Arzneimittelbehörde (FDA) 1981 zugelassene Süßungsmittel Aspartam ist einer der am gründlichsten getesteten Lebensmittelzusatzstoffe. Seine gesundheitliche Unbedenklichkeit bestätigen über 200 wissenschaftliche Untersuchungen.

Neben dem SCF und der FDA haben auch der Gemeinsame Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie die Zulassungsbehörden von über 100 Ländern Aspartam überprüft und es als sicher verwendbar eingestuft.

Durch Süße ohne Kalorien kann Aspartam einen nützlichen Beitrag zur Gewichtskontrolle leisten. Zum Beispiel kann ein mit Aspartam gesüßter Soft-Drink weniger als eine Kalorie pro Portion enthalten. Regierungen und Ärzte sind zunehmend über Übergewicht und Fettleibigkeit besorgt. Gerade jetzt hilft es wenig, unbegründete Angst vor einer weit verbreiteten Alternative zu schüren, die Menschen bei der Kontrolle ihrer Kalorienergiezufuhr unterstützt. Schätzungsweise verursacht Fettleibigkeit allein in Europa 70.000 neue Krebs-Fälle pro Jahr.

Forscher der „Fondazione Ramazzini“ in Bologna (Italien) haben in „Environmental Health Perspectives“, einer Zeitschrift des US National Institute of Environmental and Health Sciences (NIEHS), eine Studie veröffentlicht, in der auf einen angeblichen Zusammenhang zwischen Aspartam und einem erhöhten Leukämie- und Lymphomrisiko bei Ratten hingewiesen wird. Diese Studie steht in völligem Widerspruch zu umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen und Bewertungen von Aspartam durch nationale und internationale Behörden. Außerdem besteht keinerlei Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Aspartam auf dem Markt und dem Auftreten von Leukämie- oder Lymphomerkrankungen in der EU.

Die Ramazzini-Wissenschaftler haben sich nicht an das international anerkannte Protokoll zur Auswertung von Krebsstudien mit Tieren gehalten. Das nationale Toxikologieprogramm (NTP) in den USA hat Leitlinien für die pathologische Begutachtung entwickelt, die dazu dienen, einen wissenschaftlichen Konsens über die Gültigkeit von Untersuchungsergebnissen zu erzielen. Eine Begutachtung der in dieser Studie angewandten pathologischen Präparate durch unabhängige Experten ist bisher nicht erfolgt.

Darüber hinaus waren die den Ratten zugeführten Aspartamdosen in den meisten Fällen signifikant höher als selbst Intensivverwender über aspartamhalitge Produkte aufnehmen. In manchen Fällen waren die verabreichten Aspartamdosen sogar hundertmal höher als die vom SCF – der heutigen EFSA – festgelegten akzeptablen Tagesdosis (ADI).

Ebenfalls bedeutend: Die Zulassungsbehörden haben frühere Studien der Ramazzini-Forscher geprüft. Das Cancer Assessment Committee der FDA hat die Befunde dieser Wissenschaftler, die ein ähnliches Protokoll verwendeten, begutachtet. Der Ausschuss kam zu dem Schluss, dass die Datenangaben „unzuverlässig“ seien wegen „des Mangels an entscheidendem Detail (…), fragwürdiger histopathologischer Ergebnisse und durch die Verwendung ungewöhnlicher Bezeichnungen für die Beschreibung der Tumore". Laut Dr. James Swenberg von der University of North Carolina in Chapel Hill sollten Fachkollegen diese Studie prüfen. Eine solche Prüfung hat bei den meisten früheren Studien der Ramazzini-Stiftung nicht stattgefunden.

Folglich sollte mit der Anerkennung und Bekanntgabe solcher Forschungsergebnisse so lange gewartet werden, bis die pathologischen Daten durch unabhängige Fachexperten begutachtet wurden und – was noch wichtiger ist – bis die Originaldaten dieser Studie von den zuständigen Behörden für Lebensmittelsicherheit bewertet wurden.

Angesichts der Einzelberichte und unbewiesenen Behauptungen über Aspartam beschlossen zahlreiche Zulassungsbehörden und wissenschaftliche Expertenausschüsse – dazu gehören Health Canada, der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Union (SCF), die britische Nahrungsmittelbehörde (FSA) und das französische Amt für Lebensmittelsicherheit (AFSSA) – die Sicherheit von Aspartam und die jüngsten Forschungsergebnisse erneut gründlich zu überprüfen. Alle erneuten Überprüfungen haben die Sicherheit von Aspartam bestätigt. (Weitere Einzelheiten über die erneute Bestätigung der Sicherheit von Aspartam finden Sie unter www.aspartame.org)

Am 19. Dezember 2005 gab die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bekannt, dass sie die Daten der neuen Studie über den Süßstoff Aspartam von der Ramazzini-Stiftung erhalten hat und mit ihrer Bewertung mit hoher Priorität beginnt. Laut EFSA kann es drei bis fünf Monate dauern, bis ein abschließendes Ergebnis vorliegt. Die EFSA hat ebenso darauf hingewiesen, dass sie „die Daten der neuen Studie im Zusammenhang mit bereits vorhandenen, umfangreichen Sicherheitsdaten beurteilen“ wird (efsa.eu.int).

EFSA, AFSSA, Health Canada, FSA und FDA haben bestätigt, dass es derzeit keine Grundlage gibt, den Verbrauchern eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten in Bezug auf Aspartam zu empfehlen. Der internationale Süßstoff-Verband (ISA) begrüßt diese Entscheidung und ist überzeugt, dass die Sicherheit von Aspartam wieder bestätigt wird.

Internationaler Süßstoff-Verband©2006

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