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Süßstoffe: kein negativer Einfluss auf Blutzuckerkontrolle und Diabetesrisiko

24.10.2017 | Aktuelles

Zur Zeit wird in den Medien eine Pressemitteilung1 aufgegriffen die sich auf die Präsentation einer Studie von Young et al. auf der 53. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) bezieht.

Entgegen der Ergebnisse einer beträchtlichen Anzahl an Studien, die von den gleichen Wissenschaftlern veröffentlicht wurden 2  und durchweg keine Auswirkungen von Süßstoffen auf die Blutzuckereinstellung feststellen konnten, wollen die Autoren nun in einer kleinen Studie (27 Probanden inklusive Kontrollgruppe) das Gegenteil festgestellt haben. Die Süßstoffe (Sucralose und Acesulfam-K) wurden dabei dreimal täglich in Form von magensaftresistenten Kapseln vor den Mahlzeiten eingenommen. Hier sollte sich schon die Frage stellen, ob Ergebnisse aus einem solchen Versuchsaufbau für die Praxis eine Relevanz haben können. Da die Arbeit bisher nicht in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde - d.h. unter anderem auch, dass sie noch keiner wissenschaftlichen Begutachtung durch andere Experten unterzogen wurde -  ist zudem zu Vieles unklar, um die Aussagekraft der Ergebnisse beurteilen zu können.

Außerdem unterstützen auch die Ergebnisse einer Reihe gut konzipierter Humanstudien die Tatsache, dass Süßstoffe die Blutzuckerkontrolle weder bei gesunden Personen, noch bei Diabetespatienten beeinträchtigen (z. B. durch die direkte Beeinflussung der Gesamtinsulinausschüttung, Glukoseaufnahme und/oder Glukoseverwertung oder durch Auswirkungen auf die Inkretine). 3

Auch die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)4 bestätigt durch die Vergabe eines Health Claims, dass “der Konsum von Nahrungsmitteln mit Süßstoffen statt Zucker zu einem geringeren Blutzuckeranstieg nach Nahrungseinnahme führt, als der Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel”.

Dass die Verwendung von Süßstoffen, anstelle von Zucker eine hilfreiche Strategie für Diabetiker sein kann und für die Blutzuckerkontrolle von grundlegender Bedeutung ist, ergibt sich schon alleine aus der Tatsache, dass Süßstoffe keine Kohlenhydrate enthalten. In ihren Richtlinien für 2017 ('Standards of Medical Care in Diabetes') 5  unterstützt die American Diabetes Association die Aussage, dass "Süßstoffe das Potenzial haben, die Gesamtaufnahme von Kalorien und Kohlenhydraten zu verringern." Süßstoffe in Lebensmitteln und Getränken sowie als Süßungsmittel in Form von Tabletten, Flüssig- oder Streusüße als Teil einer gesunden Ernährung können Diabetiker ihre Nahrungsmittelauswahl versüßen und ihre Blutzuckerkontrolle unterstützen6 .

 

Mehr Informationen zum Thema Süßstoffe und Diabetes finden Sie hier.

 

1 Press Release, Diabetologia. “Small study suggests consuming large amounts of artificial sweeteners may increase risk of developing type 2 diabetes”

2 Wu et al. Diabetes Care, 2013; Wu et al. Am. J. Clin. Nutr. 2012; Ma et al. Br J Nutr. 2010; Ma et al. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol, 2009

3 Grozt et al. Regulatory Toxicology and Pharmacology 2017; Bryant and McLaughlin Physiol Behav 2016; Romo-Romo et al. PLoS ONE 2016; Bryant et al. Eur J Clin Nutr. 2014; Brown et al. Nutr Res 2011; Renwick and Molivary. Br J Nutr 2010; Grotz et al. J Am Diet Assoc, 2003

4 EFSA Scientific opinion on the substantiation of health claims related to intense sweeteners. EFSA Journal 2011; 9: 2229

5ADA® 2017 Standards of Medical Care in Diabetes. Diabetes Care 2017; 40 (S1): S33-S43

6Gardner C, et al. Nonnutritive sweeteners: current use and health perspectives: a scientific statement from the American Heart Association and the American Diabetes Association. Diabetes Care. (2012) Aug;35(8):1798-808

Bildnachweis:
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