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Neues zu Süßstoffen, Kontrolle der Energiezufuhr und Heißhunger

31.05.2017 | Aktuelles

Köln/Wien/Porto – 2017

Generell ist der Public Health Ansatz in vielen Ländern, gegen Übergewicht und seine Folgeerkrankungen zu kämpfen. An erster Stelle wird zur Zeit meist versucht, den Zuckerkonsum zu minimieren.

Das Institut Public Health England der Britischen Gesundheitsbehörde zeigt im kürzlich veröffentlichten „Sugar-Reduction-Report“ auf, dass Süßstoffe eine sinnvolle Möglichkeit darstellen, um süßen Geschmack ohne Kalorien zu bieten. 

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) schreibt in ihrer Stellungnahme: „Süßstoffe können im Rahmen von Gewichtsreduktionsprogrammen sinnvolle Hilfsmittel – ohne pharmakologische Wirkung – sein, die Energieaufnahme zu senken. Sie bieten die Möglichkeit, den Süßgeschmack zuckerfreier, energiereduzierter Lebensmittel zu erhalten. Speziell bei Erfrischungsgetränken können mit Süßstoff gesüßte Varianten eine Alternative sein, um hohen Zuckeraufnahmen über gesüßte Getränke vorzubeugen.“

Trotzdem werden immer wieder Fragen zum Einsatz von Süßstoffen zur Gewichtsreduktion und zur Gewöhnung an den Süßgeschmack laut. So empfiehlt die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) grundsätzlich bei der Zufuhr von Süßem (mit oder ohne Kalorien) Maß zu halten, auch um eine befürchtete Gewöhnung an das Süße nicht zu forcieren und daher auch stark süß-schmeckende Produkte (selbst wenn diese kalorienfrei sind) nicht unbegrenzt zu konsumieren. Die  ÖDG hält jedoch auch fest: Der Einsatz von Süßstoffen ist für Diabetiker insofern günstig, als es zu keiner Beeinflussung des Blutzuckers kommt. Süßstoffe zeigen auch hinsichtlich der Körpergewichtskontrolle Vorteile, da sie keine Kalorien beinhalten.

 

Ergebnisse vom 24. European Congress on Obesity in Porto Mai 2017

Ein Stück mehr Klarheit zu den viel diskutierten Zusammenhängen zwischen Süßstoffen, Appetit, Energiezufuhr und Gewichtskontrolle lieferte das durch den internationalen Süßstoff Verband (ISA) organisierte Symposium im Rahmen des 24. European Congress on Obesity (ECO) in Porto.

Dr. John Sievenpiper erörterte, dass  einzelne RCTs*1 von bis zu 18 Monaten zeigen, dass der Einsatz von Süßstoffen als Zuckerersatz eine positive Auswirkung auf die Kalorienreduktion und das Körpergewicht sowie die damit verbundenen kardiometabolischen Risikofaktoren hat. 

 

*1 Randomisierte kontrollierte Studie (RCT):
Vergleich der Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention mit der Wirksamkeit eines Placebos oder eines anderen Präparats. RCTs sind prospektive Studien.

 

 

Daran anschließend stellte Dr. Marc Fantino und sein Team eine RCT an 164 gesunden und normalgewichtigen Männern und Frauen vor, die entweder regelmäßig Diätgetränke zu sich nahmen oder keine Süßstoffe konsumierten. Im Rahmen seiner Präsentation gelangte Dr. Fantino zu folgendem Schluss: „In unserer Nicht-Unterlegenheitsstudie*2 haben wir herausgefunden, dass im Vergleich zu Wasser, das als bevorzugter Ersatz für gezuckerte Getränke propagiert wird, sowohl der kurz- als auch der langfristige Genuss von Getränken, die mit  Süßstoffen gesüßt sind (täglicher Konsum von 660 ml/Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen) weder den Lebensmittelkonsum anregt noch die Kalorienaufnahme steigert.“

 

*2 Nicht-Unterlegenheitsstudie/Äquivalenzstudie

Bei dieser Art von Studien muss nicht gezeigt werden, dass die neue Behandlung besser als die Referenzbehandlung ist, sondern nur gleich gut, oder nicht unterlegen. Eine N. muss als Randomisierte kontrollierte Studie bzw. Experiment durchgeführt werden.

 

 

In einem weiteren aufschlussreichen Vortrag stellte Dr. Charlotte A. Hardman die vorläufigen Ergebnisse einer laufenden Studie der Universität Liverpool vor, die sich mit den psychologischen Faktoren beschäftigt, die für den regelmäßigen Genuss von kalorienarmen Getränken verantwortlich sind. In ihren Schlussbemerkungen wies Dr. Charlotte A. Hardman darauf hin, dass auf Grundlage der Studienergebnisse „Bedenken hinsichtlich des Körpergewichts und positive Überzeugungen über die Schmackhaftigkeit und den Appetit entscheidende Faktoren beim Konsum von kalorienarmen Süßgetränken darstellen“. Bei der Erforschung weiterer Konsummuster regelmäßiger und gelegentlicher Konsumenten von Süßstoffen deuten erste Ergebnisse darauf hin, dass im Vergleich zu Nicht-Konsumenten der regelmäßige Konsum von Diätgetränken eine wirksame Maßnahme darstellt, um das Verlangen nach Süßem einzudämmen und die Energiezufuhr bei einer Heißhungerattacke erfolgreich zu reduzieren.

Im Zuge der abschließenden Podiumsdiskussion unter dem Vorsitz von Prof. Maria Hassapidou waren sich die Experten darüber einig, dass all diese Daten zusammengenommen eindeutig auf einen positiven Nutzen von Süßstoffe bei der Kalorienreduktion insgesamt und bei der Gewichtskontrolle hindeuten.

Für nähere Informationen zum  ISA-Symposiums beim ECO 2017 klicken Sie bitte hier.

Bildnachweis:
Olinchuk, shutterstock.com

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Bildquelle: B. Wylezich, fotolia.com

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