Haben Süßstoffe eine abführende Wirkung?

Süßstoffen (= Zuckerersatzstoffen) wird gelegentlich eine abführende Wirkung nachgesagt. Dies hängt damit zusammen, dass Süßstoffe häufig in Kombination mit Zuckeraustauschstoffen verwendet werden. Da Zuckeraustauschstoffe weniger süß als Zucker sind, werden sie in der Regel mit Süßstoffen aufgesüßt.

Zuckeraustauschstoffe, wie z.B. Sorbit, Xylit und Isomalt, ersetzten die Masse des Zuckers z.B. in Bonbons, Backwaren und anderen Produkten. Zuckeraustauschstoffe gehören zu den wenig verdaulichen Kohlenhydraten. Wenn zu große Mengen auf einmal aufgenommen werden und in den Dickdarm gelangen, kann die Gasbildung durch den Bakterienstoffwechsel so groß sein, dass Blähungen auftreten. Größere Mengen an Zuckeraustauschstoffen im Dickdarm können außerdem Wasser binden und so die Eindickung des Darminhalts einschränken. Die Folge können Durchfälle sein. Bei Produkten mit Zuckeraustauschstoffen ist daher der Hinweis auf diese Wirkungsmöglichkeit gekennzeichnet.

Für Süßstoffe gibt es keine Hinweise auf eine verdauungsfördernde Wirkung. Sie verursachen weder Blähungen noch Durchfall.


Literatur:

(1) Bungard G.; 1968: Die Süßstoffe - Teil IV b Die Cyclamate – Die physiologische Unbedenklichkeit der Cyclamate. Der deutsche Apotheker 20, S.1-6
(2) Bungard G.; 1971: Die physiologische Unbedenklichkeit des Saccharins. Der deutsche Apotheker 23, S.1-12