Süßstoffe und Gewichtskontrolle

In Deutschland sind über 65 Prozent der Männer und ca. 55 Prozent der Frauen übergewichtig. Übergewicht stellt nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern es begünstigt auch die Entstehung schwerwiegender Erkrankungen, wie Diabetes mellitus, Herzkreislauferkrankungen und Krebs. (DGE, Ernährungsbericht 2004).

Übergewicht entsteht, wenn die Energieaufnahme dauerhaft den Energiebedarf übersteigt. Um Gewicht zu reduzieren, ist es daher notwendig entweder den Energiebedarf zu steigern, oder die Energieaufnahme zu reduzieren. Optimal ist die Kombination aus beidem: mehr bewegen und weniger essen. Doch wer weniger isst, muss besonders gut auf die Qualität seiner Nahrung achten. Möglichst wenig Kalorien, aber dafür viele Vitamine und Mineralstoffe sollte das Essen und Trinken liefern. Auf „leere Kalorien“ und Kalorienbomben sollte möglichst verzichtet werden. Nicht verzichtet werden muss auf den süßen Genuss. Zucker kann z.B. in vielen Fällen problemlos durch Süßstoffe ersetzt werden. Süßstoffe haben den großen Vorteil, dass sie keine Kalorien liefern. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien hat außerdem gezeigt, dass Süßstoffe weder die Insulinausschüttung noch den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Das heißt: auf Hunger und Appetit haben sie keinen Einfluss, sie machen nicht hungrig! (siehe: Machen Süßstoffe hungrig?)

Viele Kalorien können eingespart werden, wenn Getränke anstelle von Zucker mit Süßstoffen gesüßt werden. Wird z.B. ein großer Teil der durchschnittlichen Zuckeraufnahme, der bei rund 90 g pro Kopf und Tag liegt, durch Süßstoffe ersetzt, so können damit bis zu 360 Kilokalorien täglich eingespart werden. Wissenschaftler der Harvard School of Public Health stellten einen engen Zusammenhang zwischen dem Konsum gesüßter Getränke und Übergewicht bei Kindern fest. Die Kontrollerhebungen und Untersuchungen nach 19 Monaten belegten: Je mehr mit Zucker gesüßte Getränke von Kindern konsumiert wurden, umso mehr nahmen die Kinder zu – unabhängig von ihren sonstigen Verzehrsgewohnheiten. Kinder, die ihren Getränkebedarf mit Wasser und/oder süßstoffgesüßten Produkten gedeckt hatten, entwickelten dagegen kein Übergewicht. In weiteren Studien konnte gezeigt werden, dass kalorienhaltige Getränke dem Körper keine Energiezufuhr signalisieren. Auf das Sättigungsgefühl hatte der Kaloriengehalt der Getränke ebenso wenig Einfluss.

Wer mit Hilfe von Süßstoffen das Gewicht reduzieren möchte, sollte sich nicht dazu verleiten lassen, die eingesparten Kalorien anderweitig z.B. durch umfangreichere Mahlzeiten zu kompensieren (z.B. Süßstoff im Kaffee und dazu ein Stück Sahnekuchen). Sinnvoll eingesetzt können Süßstoffe helfen Gewicht zu reduzieren und Kalorieneinsparungen auch langfristig erleichtern.


Literatur:

(1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn: Ernährungsbericht 2004
(2) Ludwig et al., Relation between consumption of sugar-sweetened drinks and childhood obesity: a prospective, observational analysis, The Lancet, Vol. 375/2001, 505–508
(3) Tordoff et al., Effect of drinking soda sweetened with aspartame or high-fructose corn syrup on food intake and body weight, Am J Clin Nutr, 51/1990, 963-969
(4) D.M. DellaValle, L.S. Roe, B.J. Rolls, Does the consumption of caloric and non-caloric beverages with a meal affect energy intake?, Appetite 44 (2005) 187-193


Weitere Informationen zum Thema Gewichtskontrolle:


Der Internationale Süßststoff-Verband (ISA) hat eine informative Präsentation erstellt mit dem Titel „Sinn und Nutzen von Süßstoffen in der heutigen Zeit“, die das Thema Übergewicht und Fettleibigkeit behandelt und erklärt, wie kalorienarme Süßstoffe bei diesem wachsenden Problem helfen können. Diese Präsentation ist für eine Vielzahl von Zielgruppen geeignet, wie beispielsweise Schulen, Abnehmgruppen, Diabetes-Organisationen, usw. Die Präsentation finden Sie hier zum Download als pdf-Dokument: Präsentation "Gewichtskontrolle"